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Fachübersetzung

Juristische Fachübersetzer in Frankfurt: Nachweise und Auswahl

Beeidigung, DIN EN ISO 17100, RDG: Welche Nachweise zählen, wo Unternehmen in Frankfurt am Main suchen und wie sie juristische Fachübersetzer beauftragen.

Wer für Frankfurter Mandate juristische Fachübersetzer sucht, muss zwei Dinge prüfen: den Nachweis, den ein Anbieter vorlegt, und die Stelle, über die er zu finden ist. Der folgende Überblick zeigt, welche Verzeichnisse und Anlaufstellen in Frankfurt am Main und in Hessen weiterhelfen, was Beeidigung, DIN EN ISO 17100 und Verbandsmitgliedschaft belegen und wie Sie Angebote vergleichbar machen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Beeidigte Übersetzer bestellt die Landesjustiz; beglaubigte Fassungen erkennen Gerichte und Notariate an.
  • Frankfurter Mandate verlangen Terminologiekenntnis im Bankaufsichts-, Kapitalmarkt- und Prozessrecht.
  • DIN EN ISO 17100 belegt einen geregelten Ablauf mit Prüfung durch eine zweite Person.
  • Das Rechtsdienstleistungsgesetz erlaubt Übersetzern die Übertragung von Verträgen, nicht die Rechtsberatung.
  • Preise vergleichen Sie über den Zeilenpreis bei identischer Zeilenzahl; gerichtliche Aufträge rechnet das JVEG ab.

Warum Frankfurt eigene Anforderungen an juristische Übersetzungen stellt

Frankfurt am Main ist Sitz der Europäischen Zentralbank, der Deutschen Bundesbank sowie zahlreicher Banken und Kanzleien. Laufend entstehen Verträge, Compliance-Berichte und Jahresabschlüsse, die in mehreren Sprachen vorliegen müssen. Übersetzer brauchen dafür die Terminologie des Bankaufsichts- und Kapitalmarktrechts.

Vor deutschen Gerichten ist Deutsch die Gerichtssprache. Fremdsprachige Urkunden werden daher übersetzt, damit sie verwertbar sind; geregelt ist das in § 184 des Gerichtsverfassungsgesetzes. Wer für Gerichte, Notariate oder Aufsichtsbehörden arbeitet, braucht vollständige und formal korrekte Fassungen.

Welche Nachweise bei der Auswahl zählen

Drei Nachweise sind praktisch relevant: die Beeidigung nach Landesrecht, die Zertifizierung nach DIN EN ISO 17100 und eine Verbandsmitgliedschaft, etwa im Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ). Das Zertifikat stellt eine Zertifizierungsstelle aus, die von der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS) akkreditiert sein muss; die DAkkS führt die akkreditierten Stellen in einem öffentlichen Verzeichnis. Die drei Nachweise belegen Unterschiedliches und ersetzen einander nicht.

NachweisWer ihn vergibtWas er belegt
Beeidigung oder ErmächtigungLandesjustiz, in Hessen die Landgerichte und das Oberlandesgericht Frankfurt am Mainbeglaubigungsfähige Übersetzungen, Zulassung für Gerichtstermine
DIN EN ISO 17100akkreditierte Zertifizierungsstellen, überwacht von der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS)geregelten Ablauf mit Prüfung durch eine zweite Person
Mitgliedschaft, etwa BDÜBerufsverbandBerufsregeln, kein staatlicher Nachweis

Fünf Wege zu juristischen Fachübersetzern in Frankfurt am Main

  1. Verzeichnisse der hessischen JustizIn Hessen führen die Landgerichte und das Oberlandesgericht Frankfurt am Main die amtlichen Verzeichnisse der beeidigten und ermächtigten Übersetzer. Dort ist vermerkt, wer beglaubigen darf, mit welchem Sprachenpaar und für welche Fachgebiete; zu finden sind die Verzeichnisse über die Internetseiten der hessischen Justiz.
  2. Mitgliedersuche des BDÜ: In der Mitgliedersuche des Bundesverbands der Dolmetscher und Übersetzer filtern Sie nach Sprachrichtung und Fachgebiet, etwa Rechts- und Finanztexte.
  3. KammernetzDie Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main und der DIHK vermitteln selbst keine Übersetzer. Sie beraten Unternehmen zu Außenwirtschafts- und Exportfragen und helfen einzuschätzen, welche Unterlagen in welcher Sprache vorliegen müssen.
  4. Agenturen mit ZertifikatVerlangen Sie den Nachweis nach DIN EN ISO 17100 und prüfen Sie, ob die ausstellende Zertifizierungsstelle bei der DAkkS akkreditiert ist. Bei großen Projekten zählen Referenzen aus dem Finanzsektor mehr als die Größe des Büros.
  5. Translationswissenschaftliche Institute der Region, etwa der Fachbereich Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft der Universität Mainz in Germersheim.

Wie juristische Fachübersetzungen abgerechnet werden

Gerichtlich angeordnete Übersetzungen rechnet das Justizvergütungs- und -entschädigungsgesetz ab: § 11 JVEG regelt die Vergütung für Übersetzungen. Freie Aufträge fallen nicht darunter, hier vereinbaren Auftraggeber und Übersetzer das Honorar selbst.

Üblich ist die Abrechnung nach Zeilen mit 55 Anschlägen oder ein Pauschalpreis pro Dokument. Lassen Sie schriftlich klären, was enthalten ist: Terminologiearbeit, Formatierung, Beglaubigungsvermerk, Zustellung. Eilzuschläge und Mindestpreise sind marktüblich. Inländische Anbieter rechnen mit Umsatzsteuer; bei Anbietern aus anderen EU-Staaten kann die Steuerschuldnerschaft auf Ihr Unternehmen übergehen.

Rechenbeispiel: Angebote vergleichbar machen

Ein Vertrag mit 33.000 Anschlägen umfasst bei 55 Anschlägen je Zeile 600 Zeilen. Nennen Sie diese Zeilenzahl allen Anbietern und fordern Sie Zeilenpreis, Mindestpreis und Zuschläge schriftlich an. So erkennen Sie, ob ein niedriger Preis aus einer anderen Zeilenzählung stammt.

Sieben Prüfpunkte vor der Auftragsvergabe

Prüfpunkt / Woran Sie das erkennen

Rechtsordnung und Fachgebiet
Handels-, Prozess- oder Aufsichtsrecht, deutsches oder ausländisches Recht
Sprachrichtung
Ausgangs- und Zielsprache, auch bei seltenen Kombinationen
Beeidigung
nur beauftragen, wenn Gericht, Notar oder Behörde sie verlangt
Abschluss und Fortbildung
Übersetzerstudium oder vergleichbarer Abschluss, Zusatzqualifikation im Recht
Referenzen
vergleichbare Mandate aus Kanzlei, Bank oder Behörde
Probeübersetzung
ein bis zwei Seiten aus dem echten Dokument
Vertraulichkeit
Verschwiegenheitsvereinbarung, bei personenbezogenen Daten Auftragsverarbeitung

Häufige Fragen

Wie wird eine juristische Fachübersetzung abgerechnet?

Feste Sätze gibt es nicht. Üblich sind Zeilenpreise oder ein Pauschalpreis pro Dokument, dazu Eil- und Beglaubigungszuschläge. Für gerichtliche Aufträge greift die Vergütung nach dem JVEG. Fordern Sie Angebote auf Basis derselben Zeilenzahl an.

Woran erkenne ich einen qualifizierten juristischen Fachübersetzer?

An der Beeidigung nach Landesrecht, an einem gültigen Zertifikat nach DIN EN ISO 17100 samt der bei der DAkkS akkreditierten Zertifizierungsstelle und an Referenzen aus dem Rechts- oder Finanzbereich. Eine Probeübersetzung zeigt, wie sicher die Terminologie sitzt.

Darf ein Übersetzer rechtliche Fragen beantworten?

Nein. Nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz dürfen Übersetzer Texte übertragen, aber keine rechtliche Prüfung oder Beratung übernehmen. Den Wortlaut führt die amtliche Liste der Bundesgesetze mit dem Buchstaben R, in der auch das RDG steht.

Wie lange dauert eine beglaubigte Übersetzung?

Die Dauer hängt vom Umfang ab. Planen Sie die Beglaubigung als eigenen Termin ein, weil der beeidigte Übersetzer den Vermerk selbst anbringt. Für die Verwendung im Ausland kann zusätzlich eine Legalisation oder Apostille nötig sein.

Wo finde ich beeidigte Übersetzer in Hessen?

Über die amtlichen Verzeichnisse der beeidigten und ermächtigten Übersetzer der hessischen Justiz, die in Hessen von den Landgerichten und dem Oberlandesgericht Frankfurt am Main geführt werden, sowie über die Übersetzer- und Dolmetschersuche des BDÜ, gefiltert nach Sprache und Fachgebiet.

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