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Fachübersetzung

Wie man in Bayern und Baden-Württemberg Fachübersetzungen nach DIN EN ISO 17100 prüft

Aktuelle Fachübersetzung nach DIN EN ISO 17100 prüfen: Normen, DAkkS-Akkreditierung sowie Anforderungen in Bayern und Baden-Württemberg im Überblick.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • DIN EN ISO 17100 fordert Qualifikationsnachweise, Terminologiearbeit, Projektmanagement und eine Revision durch eine zweite fachlich qualifizierte Person.
  • Ein Zertifikat ist nur so viel wert wie die ausstellende Stelle: Sie muss von der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS) akkreditiert sein.
  • Die Konformitätserklärung ist kein Zertifikat, sondern eine Selbstauskunft des Dienstleisters ohne Prüfung durch Dritte.
  • PrüfreihenfolgeBedarf schriftlich fixieren, Nachweise anfordern, Zertifikat im DAkkS-Register abgleichen, Probekapitel testen, Protokolle abnehmen.
  • Marktpreise liegen grob zwischen 0,15 und 0,35 Euro pro Wort, abhängig von Sprachenpaar, Fachgebiet und Umfang.

Warum die Prüfung in Bayern und Baden-Württemberg zählt

Maschinenbau, Fahrzeugbau und Luftfahrt in München, Nürnberg und Augsburg, Automobilzulieferer, Werkzeugmaschinen und Medizintechnik in Stuttgart, Karlsruhe und Mannheim: beide Länder exportieren stark.

Betriebsanleitungen, Ersatzteilkataloge und Softwareoberflächen müssen deshalb in viele Sprachen. Bei Medizinprodukten sind Übersetzungen Teil der Zulassung, Fehler gefährden die CE-Kennzeichnung.

Weil viele Mittelständler keine eigene Übersetzungsabteilung haben, bleibt die Qualitätsprüfung beim Einkauf. Informationen des DIHK zum internationalen Handel bündeln den Hintergrund für exportierende Betriebe.

Was die Norm fordert und wo DIN 2345 endet

DIN EN ISO 17100 beschreibt den Übersetzungsprozess: Kompetenz der Beteiligten, Verfügbarkeit von Ressourcen, Terminologiearbeit, Projektmanagement und eine Revision durch eine zweite Person. Diese Revision ist Pflicht.

Die DIN 2345 von 1998 regelt vor allem die Auftragsklärung und deckt den Prozess nicht ab. Als Gliederungshilfe bleibt sie nützlich.

Für technische Dokumentation gilt zusätzlich DIN EN IEC 82079-1. Sie bestimmt den Aufbau von Gebrauchsanleitungen einschließlich der Warnhinweise. Übersetzte Anleitungen müssen diese Vorgaben in der Zielsprache erfüllen.

Zertifizierung oder Konformitätserklärung: was der Unterschied ist

DIN EN ISO 17100 ist kein Gesetz. Kein Dienstleister muss zertifiziert sein, und ein Betrieb darf die Norm auch ohne Zertifikat anwenden. Er bestätigt die Einhaltung dann selbst.

Ein Zertifikat stellt dagegen eine unabhängige Zertifizierungsstelle aus, die selbst akkreditiert sein muss. Fehlt die Akkreditierung, ist der Nachweis im internationalen Handel wenig wert.

Prüfreihenfolge in fünf Schritten

  1. Bedarf fixieren: Zielsprachen, Textsorten, Terminologiequellen, Formatvorgaben und Abgabetermine schriftlich festhalten.
  2. Nachweise anfordernZertifikat oder Konformitätserklärung, Qualifikationsprofile der eingesetzten Übersetzer und Revisoren.
  3. Aussteller prüfenAkkreditierung der Zertifizierungsstelle im Register der DAkkS abgleichen.
  4. Probekapitel testenein Kapitel gegen Terminologieliste und Sicherheitshinweise des Originals lesen.
  5. Abnahme dokumentierenRevisionsprotokoll, Terminologieliste und Freigabeprotokoll in den Projektordner legen.

Prüfschritte nach DIN EN ISO 17100

  1. AuftragsklärungUmfang, Sprachen, Terminologie festlegen
  2. AusgangstextanalyseText auf Verständlichkeit prüfen
  3. Übersetzungmuttersprachlicher Fachübersetzer erstellt Zieltext
  4. Revisionzweiter Fachübersetzer prüft inhaltlich und sprachlich
  5. KorrekturRechtschreibung und Grammatik prüfen
  6. FreigabeAuftraggeber prüft und gibt finale Fassung frei

Zertifikat prüfen: die Abfrage im DAkkS-Register

Abfrage im DAkkS-Register

  1. Im Akkreditierungsregister der DAkkS nach der Zertifizierungsstelle suchen, die auf dem Zertifikat steht.
  2. Akkreditierungsumfang und Normbezeichnung mit dem Zertifikat vergleichen: Steht dort DIN EN ISO 17100?
  3. Akkreditierungsnummer und Gültigkeitsdatum abgleichen und beides mit dem Datum der Abfrage notieren.

Passt ein Punkt nicht, gilt der Nachweis als unbestätigt. Ein abgelaufenes Zertifikat sagt nichts über die aktuelle Arbeitsweise aus.

Akkreditierung und Zertifizierung

  1. DAkkS akkreditiert Zertifizierungsstellen
  2. Zertifizierungsstelle zertifiziert Übersetzungsdienstleister
  3. Zertifikat gilt drei Jahre und wird überprüft
  4. Einkäufer prüft Zertifikat über DAkkS-Liste

Typische Fehler beim Prüfen

Fünf Fehler tauchen immer wieder auf: Auftrag ohne schriftliche Terminologievorgabe, Revision durch dieselbe Person, ungeprüftes Zertifikat, Verwechslung von Konformitätserklärung und Zertifikat, fehlende Warnhinweise.

Der letzte Punkt ist der teuerste. Sicherheitshinweise müssen vollständig und sinngleich übertragen werden. Material der DGUV zur Prävention gibt Hinweise zu Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit.

Kosten: grobe Orientierung mit Rechenbeispiel

Verbindliche Sätze gibt es nicht. Als grobe Orientierung für technische Fachübersetzungen gelten 0,15 bis 0,35 Euro pro Wort, je nach Sprachenpaar und Fachgebiet. Diese Spanne ist kein Festpreis.

Beispielrechnung: 20.000 Wörter Betriebsanleitung, Sprachenpaar Deutsch nach Englisch, angenommener Satz 0,20 Euro pro Wort. Das ergibt 4.000 Euro netto, mit 19 Prozent Umsatzsteuer 4.760 Euro brutto.

Der Revisionsschritt ist in solchen Sätzen nicht immer enthalten. Die Vergütung nach JVEG, etwa § 11 JVEG, gilt nur für gerichtliche Übersetzungen, nicht für technische Dokumentation.

Häufige Fragen

Muss ein Dienstleister nach DIN EN ISO 17100 zertifiziert sein?

Nein. Die Norm ist freiwillig. Verlangen Sie sie im Vertrag oder lassen Sie sich eine Konformitätserklärung mit benannten Verantwortlichen geben.

Woran erkenne ich ein gültiges Zertifikat?

Die ausstellende Stelle muss akkreditiert sein. Prüfen Sie im DAkkS-Register Normbezeichnung, Akkreditierungsnummer und Gültigkeitsdatum und gleichen Sie alles mit dem Zertifikat ab.

Wie viele Schritte umfasst eine normkonforme Übersetzung?

Auftragsklärung, Ausgangstextanalyse, Übersetzung, Revision durch eine zweite Person, Freigabe und Dokumentation.

Warum kostet eine zertifizierte Übersetzung mehr?

Revisionsschritt, Terminologiepflege und Dokumentation kosten Arbeitszeit. Rechnen Sie mit Sätzen am oberen Rand der Orientierung von 0,15 bis 0,35 Euro pro Wort.

Ersetzt DIN 2345 die DIN EN ISO 17100?

Nein. Die DIN 2345 von 1998 regelt vor allem die Auftragsklärung. Prozess, Revision und Dokumentation stehen in DIN EN ISO 17100.

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