Fachübersetzung

Wie man in Bayern und Baden-Württemberg Fachübersetzungen nach DIN EN ISO 17100 prüft

Aktuelle Fachübersetzung nach DIN EN ISO 17100 prüfen: Normen, DAkkS-Akkreditierung sowie Anforderungen in Bayern und Baden-Württemberg im Überblick.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Eine Fachübersetzung nach DIN EN ISO 17100 erfüllt definierte Anforderungen an Übersetzungsprozess, Qualifikation und Korrektur.
  • Die Normen DIN EN ISO 17100 und DIN 2345 regeln Übersetzungsdienstleistungen und technische Dokumentation.
  • Die DAkkS akkreditiert Zertifizierungsstellen für Übersetzungsdienstleistungen.
  • In Bayern und Baden-Württemberg prägen Industriecluster wie Maschinenbau und Automobil die Nachfrage nach Fachübersetzungen.
  • Prüfschritte umfassen Auftragsklärung, Ausgangstextanalyse, Übersetzung, Revision und Freigabe.
  • Typische Fehler sind fehlende Revisionsschritte, unklare Terminologievorgaben und ungeprüfte Zertifikate.

Warum DIN EN ISO 17100 für Fachübersetzungen in Bayern zählt

Fachübersetzungen sind in Bayern und Baden-Württemberg ein zentraler Bestandteil der technischen Dokumentation. Maschinenbauunternehmen, Automobilzulieferer und Elektrotechnikbetriebe müssen ihre Handbücher, Betriebsanleitungen und Sicherheitshinweise in viele Sprachen übertragen. Fehler können zu Haftungsrisiken führen.

Die DIN EN ISO 17100 legt fest, welche Schritte ein Übersetzungsdienstleister einhalten muss. Dazu gehören die Qualifikation der Übersetzer, die Prüfung durch einen zweiten Fachübersetzer und die Dokumentation des Prozesses. Wer in Bayern oder Baden-Württemberg einkauft, kann diese Kriterien als Prüfraster nutzen.

In beiden Bundesländern gibt es viele kleine und mittlere Sprachdienstleister. Nicht alle sind nach DIN EN ISO 17100 zertifiziert. Einkäufer sollten daher gezielt nach Zertifikaten fragen und die Gültigkeit prüfen. Die Norm ist kein Gesetz, aber sie ist ein anerkannter Qualitätsstandard.

Die regionale Wirtschaft ist exportorientiert. Bayerische Unternehmen liefern in die USA und nach Asien, baden-württembergische in ganz Europa. Ohne geprüfte Fachübersetzungen drohen Missverständnisse bei Montage, Wartung und Schulung. Die Norm hilft, diese Risiken zu senken.

Die wichtigsten Normen für technische Dokumentation: DIN EN ISO 17100 und DIN 2345

Die DIN EN ISO 17100 definiert Anforderungen an Übersetzungsdienstleistungen. Sie gilt für alle Arten von Texten, auch für technische Dokumentation. Kernpunkte sind: Kompetenz der Übersetzer, Verfügbarkeit von Ressourcen, Qualitätssicherung und Projektmanagement.

Die DIN 2345 ist eine ältere deutsche Norm für Übersetzungsaufträge. Sie beschreibt die Beziehung zwischen Auftraggeber und Übersetzer, einschließlich der Pflichten beider Seiten. Auch wenn sie durch die ISO-Norm teilweise abgelöst wurde, bleibt sie in der Praxis relevant, etwa bei der Auftragsklärung.

Für technische Dokumentation gilt zusätzlich die DIN EN IEC 82079-1. Sie regelt die Erstellung von Gebrauchsanleitungen. Eine Fachübersetzung muss diese Vorgaben beachten, damit die übersetzte Anleitung rechtlich sicher ist. In Bayern und Baden-Württemberg verlangen viele Kunden die Einhaltung beider Normen.

Wer die Normen im Bundesrecht sucht, kann die Volltextsuche von Gesetze im Internet nutzen. Dort lassen sich Begriffe wie Fachübersetzung in Gesetzen und Verordnungen finden. Volltextsuche in Bundesrecht hilft bei der Recherche.

Die Normen sind nicht kostenlos, aber die DIN bietet Leseproben und Zusammenfassungen. Wichtige Inhalte der DIN EN ISO 17100 sind auch in Fachartikeln dokumentiert. Einkäufer sollten die Norm nicht selbst interpretieren, sondern klare Anforderungen im Lastenheft formulieren.

Regionale Industriecluster und ihre Anforderungen an Fachübersetzungen

Bayern und Baden-Württemberg haben unterschiedliche Industriecluster. In Bayern dominieren Maschinenbau, Fahrzeugbau und Luftfahrt. In Baden-Württemberg sind Automobilbau, Werkzeugmaschinen und Medizintechnik stark. Jede Branche stellt eigene Anforderungen an Fachübersetzungen.

Der Industriecluster Bayern umfasst Regionen wie München, Nürnberg und Augsburg. Dort sitzen Hersteller von Antriebstechnik, Robotern und Anlagen. Sie benötigen Übersetzungen für Betriebsanleitungen, Ersatzteilkataloge und Softwareoberflächen. Oft müssen die Texte in über 20 Sprachen vorliegen.

Der Industriecluster Baden-Württemberg konzentriert sich auf Stuttgart, Karlsruhe und Mannheim. Automobilzulieferer und Medizintechnikfirmen verlangen höchste Präzision. Bei Medizinprodukten sind Übersetzungen Teil der Zulassung. Fehler können die CE-Kennzeichnung gefährden.

Beide Regionen haben eine hohe Dichte an mittelständischen Unternehmen. Diese haben oft keine eigene Übersetzungsabteilung. Sie beauftragen externe Dienstleister und müssen deren Qualität prüfen. Die DIN EN ISO 17100 bietet dafür eine Grundlage.

Die Nähe zu Hochschulen und Forschungseinrichtungen fördert den Austausch. In Bayern und Baden-Württemberg gibt es viele Ingenieure, die technische Texte erstellen. Die Zusammenarbeit mit Fachübersetzern erfordert klare Terminologievorgaben.

Prüfschritte für Fachübersetzungen nach DIN EN ISO 17100

Die Prüfung einer Fachübersetzung folgt einem strukturierten Ablauf. Die Norm nennt mehrere Schritte, die ein Dienstleister einhalten muss. Einkäufer können diese Schritte als Checkliste verwenden.

  1. Auftragsklärung: Vor der Übersetzung werden Umfang, Sprachen, Terminologie und Format festgelegt. Der Auftraggeber liefert Referenzmaterial und ein Glossar.
  2. Ausgangstextanalyse: Der Übersetzer prüft den Text auf Verständlichkeit und Vollständigkeit. Unklare Stellen werden mit dem Auftraggeber geklärt.
  3. Übersetzung: Ein qualifizierter Fachübersetzer erstellt die Zieltextfassung. Er muss die Zielsprache auf muttersprachlichem Niveau beherrschen.
  4. Revision: Ein zweiter Fachübersetzer prüft die Übersetzung auf inhaltliche und sprachliche Fehler. Die Revision ist ein Kernstück der Norm.
  5. Korrektur: Ein Korrektor liest den Text auf Rechtschreibung und Grammatik. Dieser Schritt kann mit der Revision kombiniert werden.
  6. Freigabe: Der Auftraggeber prüft die finale Fassung und gibt sie frei. Änderungen werden dokumentiert.

Zusätzlich fordert die Norm die Dokumentation des Projekts. Dazu gehören Terminologielisten, Revisionsprotokolle und Angaben zu den Beteiligten. Diese Unterlagen helfen bei späteren Audits.

Eine Checkliste für Einkäufer:

  • Liegt ein gültiges Zertifikat nach DIN EN ISO 17100 vor?
  • Werden muttersprachliche Übersetzer mit Fachkenntnis eingesetzt?
  • Gibt es einen separaten Revisionsschritt durch eine zweite Person?
  • Wird eine projektbezogene Terminologieliste geführt?
  • Erfolgt eine Dokumentation der Qualitätssicherung?
  • Werden Änderungen nach Freigabe nachvollziehbar protokolliert?
  • Entspricht das Format den Vorgaben der technischen Dokumentation?

Diese Checkliste deckt die wichtigsten Anforderungen ab. Sie ersetzt keine Zertifizierungsprüfung, gibt aber Sicherheit bei der Auswahl.

Zertifizierung und Akkreditierung: Die Rolle der DAkkS

Die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) ist die nationale Akkreditierungsstelle Deutschlands. Sie akkreditiert Zertifizierungsstellen, die wiederum Übersetzungsdienstleister nach DIN EN ISO 17100 zertifizieren. Eine Akkreditierung der DAkkS bedeutet, dass die Zertifizierungsstelle internationalen Standards entspricht.

Ein Zertifikat nach DIN EN ISO 17100 ist ein Nachweis, dass ein Übersetzungsdienstleister die Normanforderungen erfüllt. Es wird für drei Jahre ausgestellt und regelmäßig überprüft. Einkäufer sollten prüfen, ob das Zertifikat von einer akkreditierten Stelle stammt.

Die DAkkS veröffentlicht eine Liste akkreditierter Stellen. Wer ein Zertifikat anzweifelt, kann die DAkkS kontaktieren. In Bayern und Baden-Württemberg gibt es mehrere zertifizierte Übersetzungsdienstleister. Die Zertifizierung ist freiwillig, aber ein starkes Qualitätssignal.

Neben der DAkkS gibt es weitere Akkreditierungsstellen in Europa. Für deutsche Unternehmen ist die DAkkS jedoch die maßgebliche Instanz. Sie arbeitet nach der Norm DIN EN ISO/IEC 17021.

Die Zertifizierung nach DIN EN ISO 17100 ist nicht mit einer Beeidigung von Übersetzern zu verwechseln. Beeidigungen nehmen Landesjustizverwaltungen vor. Sie sind für gerichtliche Übersetzungen relevant, nicht für technische Dokumentation.

Typische Fehler bei der Prüfung von Fachübersetzungen vermeiden

Viele Unternehmen prüfen Fachübersetzungen nur oberflächlich. Ein häufiger Fehler ist die fehlende Auftragsklärung. Ohne klare Vorgaben zu Terminologie und Zielgruppe leidet die Qualität. Die Norm verlangt eine schriftliche Vereinbarung.

Ein weiterer Fehler ist der Verzicht auf Revision. Manche Dienstleister liefern nur eine Übersetzung ohne zweite Prüfung. Das widerspricht der DIN EN ISO 17100. Einkäufer sollten auf einem separaten Revisionsschritt bestehen.

Oft werden Zertifikate nicht überprüft. Ein Zertifikat kann abgelaufen oder gefälscht sein. Die DAkkS-Liste hilft bei der Validierung. Auch die Angabe der Zertifizierungsstelle sollte im Vertrag stehen.

Ein vierter Fehler ist die Missachtung der technischen Dokumentation. Übersetzungen müssen die gleichen Sicherheitshinweise enthalten wie das Original. Fehlende Warnhinweise können zu Unfällen führen. Die DIN EN IEC 82079-1 gibt den Rahmen vor.

Schließlich wird die Vergütung oft nicht klar geregelt. Im gerichtlichen Kontext gilt das Justizvergütungs- und -entschädigungsgesetz (JVEG). Die Teilliste J der Gesetze im Internet führt das JVEG auf. JVEG in der Teilliste J zeigt die relevanten Vorschriften. Für technische Übersetzungen gibt es keine festen Sätze, aber das JVEG dient als Orientierung.

Ein weiterer Fehler ist die Nichtbeachtung des Rechtsdienstleistungsgesetzes (RDG). Übersetzungsdienstleistungen können unter das RDG fallen, wenn sie Rechtsberatung enthalten. Die Teilliste R der Gesetze im Internet listet das RDG auf. RDG in der Teilliste R bietet den Überblick. Einkäufer sollten prüfen, ob der Dienstleister rechtliche Texte übersetzen darf.

Häufige Fragen

Was kostet eine Fachübersetzung nach DIN EN ISO 17100? Die Kosten variieren je nach Sprachenpaar, Umfang und Fachgebiet. In Bayern und Baden-Württemberg liegen die Preise oft zwischen 0,15 und 0,35 Euro pro Wort. Zertifizierte Dienstleister verlangen höhere Sätze, bieten dafür dokumentierte Qualität.

Wie erkenne ich ein gültiges Zertifikat nach DIN EN ISO 17100? Ein gültiges Zertifikat wird von einer akkreditierten Zertifizierungsstelle ausgestellt. Die DAkkS führt eine Liste akkreditierter Stellen. Prüfen Sie das Ausstellungsdatum und die Gültigkeitsdauer.

Gilt die DIN EN ISO 17100 für alle Übersetzungen? Die Norm gilt für Übersetzungsdienstleistungen aller Art, einschließlich technischer Dokumentation. Sie ist nicht verpflichtend, aber ein anerkannter Qualitätsstandard. Viele Auftraggeber verlangen sie vertraglich.

Was ist der Unterschied zwischen DIN 2345 und DIN EN ISO 17100? Die DIN 2345 ist eine ältere deutsche Norm, die den Übersetzungsauftrag regelt. Die DIN EN ISO 17100 ist international und beschreibt den gesamten Übersetzungsprozess. Beide können parallel angewendet werden.

Muss ich als Auftraggeber die DAkkS einschalten? Nein, die DAkkS akkreditiert Zertifizierungsstellen, nicht einzelne Übersetzungsprojekte. Sie können aber die DAkkS-Liste nutzen, um die Zertifizierungsstelle zu prüfen.

Welche Rolle spielt das JVEG bei Fachübersetzungen? Das JVEG regelt die Vergütung von Übersetzungen im gerichtlichen Kontext. Für technische Dokumentation gilt es nicht direkt, kann aber als Orientierung für Honorare dienen. Die Teilliste J der Gesetze im Internet führt das JVEG auf.

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