Sprachprüfung

Teil von Sprachprüfung und Qualitätssicherung in Übersetzung und Dolmetschen

Sprachprüfdienste anhand von Leistungen und Prüfverfahren vergleichen

Sprachprüfdienste im Vergleich: telc, Goethe-Institut, TestDaF und Übersetzungsprüfung nach DIN EN ISO 17100, ISO 18587, JVEG-Kosten und Berichtsformate.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Gegenübergestellt werden telc gGmbH, Goethe-Institut, TestDaF (g.a.s.t.), die projektbegleitende Übersetzungsprüfung und die JVEG-Abrechnung.
  • Verglichen werden Prüfumfang, Verfahren, Nachweisform, Berichtsformat und Kostenbasis.
  • DIN EN ISO 17100 beschreibt Übersetzung, Revision und abschließende Verifizierung, ISO 18587 die Nachbearbeitung maschineller Übersetzungen.
  • Vollprüfung, Stichprobe, Endkorrektur und Formalcheck decken unterschiedlich viele Fehlerarten ab.
  • Ohne identische Kostenbasis bleiben Angebote unvergleichbar.

Vier Kandidaten und ihre Leistungen

telc gGmbH prüft allgemeinsprachliches und berufsbezogenes Deutsch auf mehreren Niveaustufen. Die Prüfungen umfassen schriftliche und mündliche Teile, ein berufsbezogenes Format ist telc Deutsch B1-B2 Beruf. Die Sprachprüfungen von telc sind mit Niveaustufen und Einsatzbereichen aufgeführt. Ein Zertifikat weist ein Niveau aus, nicht die Eignung für ein Sachgebiet.

Das Goethe-Institut prüft mit den Goethe-Zertifikaten von A1 bis C2 und gliedert nach Fertigkeiten wie Lesen, Hören, Schreiben und Sprechen. Der Goethe-Test PRO richtet sich an berufliche Verwendungen. Bewertet wird nach festen Kriterien durch menschliche Prüfende.

Der TestDaF der g.a.s.t. dient dem Hochschulzugang. Er besteht aus vier Teilen, das Ergebnis wird als TDN 3 bis 5 ausgewiesen, eine digitale Variante existiert. Der Nachweis belegt Studierfähigkeit, nicht Fachübersetzung.

Die vierte Gruppe ist projektbezogen: Revision, Prüfung, Korrekturlesen und abschließende Verifizierung nach DIN EN ISO 17100, bei maschineller Vorlage zusätzlich nach ISO 18587.

Prüfumfang und Verfahren trennen

Vollprüfung heißt, jeder Satz wird kontrolliert. Eine Stichprobe erfasst nur einen Teil des Textes, die Endkorrektur liest den Zieltext vollständig durch eine zweite Person. Formalchecks prüfen Tags, Terminologie sowie Zahlen- und Datumsformate.

Maschinelle Werkzeuge finden Terminologie- und Konsistenzfehler, aber keine falschen Aussagen. Fragen Sie getrennt ab, was maschinell und was durch Menschen geprüft wird. Klären Sie ebenso, ob die Prüfung vor oder nach dem Layout erfolgt.

Bei Sprachprüfungen ist das Verfahren standardisiert, Aufgaben, Bewertungsschlüssel und Bewertende folgen festen Vorgaben. Bei Übersetzungsprüfungen ist der Ablauf frei vereinbar. Prüfbescheinigungen und Prüfprotokolle lassen sich deshalb nicht gegeneinander aufrechnen.

Was DIN EN ISO 17100 und ISO 18587 verlangen

DIN EN ISO 17100 regelt Anforderungen an Übersetzungsdienstleistungen. Der Ablauf umfasst Übersetzung, Revision durch eine zweite fachlich geeignete Person, Prüfung, Korrekturlesen und abschließende Verifizierung. Die Norm nennt zusätzlich Kompetenzanforderungen an Übersetzer und Prüfer. Ein Angebot ohne diese Schritte lässt sich nicht gegen ein normkonformes stellen.

ISO 18587 betrifft die Nachbearbeitung maschinell erzeugter Übersetzungen und unterscheidet zwei Grade. Vollständige Nachbearbeitung zielt auf ein Ergebnis, das einem menschlich erstellten Text nahekommt. Leichte Nachbearbeitung beseitigt nur grobe Fehler. Beide Grade ersetzen keine Revision nach DIN EN ISO 17100.

Vergleichstabelle für fünf Prüfwege

Kandidat Prüfumfang Verfahren Nachweis Kostenbasis
telc gGmbH Prüfungen von A1 bis C1, allgemein und berufsbezogen standardisierte Aufgaben, Bewertung in Prüfungszentren Zertifikat mit Niveaustufe Gebühr je Prüfung und Zentrum
Goethe-Institut Goethe-Zertifikate A1 bis C2 nach Fertigkeiten menschliche Bewertung nach festen Kriterien Zertifikat Gebühr je Standort und Niveau
TestDaF (g.a.s.t.) vier Teile für den Hochschulzugang, digital möglich standardisierte Auswertung Ergebnis TDN 3 bis 5 Gebühr je Termin
Übersetzungsprüfung Revision, Prüfung, Korrekturlesen, Verifizierung menschlich, maschinell gestützt Prüfprotokoll, Fehlerkategorien, Freigabe Honorar je Wort, Zeile oder Stunde
JVEG-Abrechnung Übersetzung nach Textmenge, Dolmetschen nach Zeit Festsetzung durch die Stelle Vergütungsfestsetzung Sätze und Zuschläge nach § 9 und § 11 JVEG

Berichtsformate und Kostenbasis abfragen

Verlangen Sie mindestens:

  • Prüfprotokoll mit Datum, Prüfschritt und Ergebnis
  • Fehlerliste nach Genauigkeit, Terminologie, Sprache und Format
  • korrigierte Zieldatei mit Nachverfolgung der Änderungen
  • Bestätigung der abschließenden Verifizierung
  • Angabe, welche Schritte maschinell erfolgt sind

So füllen Sie das Raster aus:

  1. Textart, Zweck, Sprachrichtung und Zielsprache festhalten.
  2. Terminologiequelle, Dateiformat und Referenztexte benennen.
  3. Prüfumfang, Verfahren, Berichtsformat und Nachweisform vorgeben.
  4. Kostenbasis abfragen und Antworten eintragen.

JVEG als Referenz, freie Angebote als Rechnung

Für Übersetzungen und Dolmetscherleistungen gegenüber Gerichten und Behörden gilt das JVEG. § 9 JVEG regelt die Vergütung von Übersetzungen, § 11 JVEG die Vergütungssätze und Zuschläge für Dolmetscherleistungen. Beide Normen sind öffentlich einsehbar und damit eine belastbare Vergleichsbasis.

Freie Anbieter rechnen je Wort, je Zeile oder je Stunde ab, häufig mit Mindestmengen. Listenpreise sind in den geprüften Quellen nicht belegt. Vergleichen Sie deshalb Abrechnungseinheit, Mindestmenge, Zuschläge und den Preis für Nachkorrekturen.

Sprachförderung und Nachweise gehören auch zur beruflichen Bildung. Der ZDH bündelt Informationen zu Aus- und Weiterbildung einschließlich Sprachförderung im Handwerk. Für die Beschaffung heißt das: Prüfen Sie, welches Niveau die Tätigkeit verlangt und ob ein Zertifikat Sprachrichtung und Fachgebiet abdeckt.

Häufige Fragen

Welche Sprachprüfdienste lassen sich direkt vergleichen?

telc, Goethe-Institut und TestDaF liefern standardisierte Prüfungen mit Zertifikat. Übersetzungsprüfungen nach DIN EN ISO 17100 sind projektbezogen und enden mit Prüfprotokoll und Freigabe. Die Nachweise sind nicht austauschbar.

Wie vergleiche ich die Kosten?

Für Gerichte und Behörden gelten die Sätze des JVEG. Bei freien Anbietern fragen Sie Abrechnungseinheit, Mindestmenge, Zuschläge und Nachkorrekturen ab. Beträge je Anbieter stehen in den geprüften Quellen nicht.

Ersetzt ein Formalcheck die inhaltliche Prüfung?

Nein. Formalchecks prüfen Tags, Terminologie sowie Zahlen- und Datumsformate. Ob eine Aussage im Zieltext stimmt, beurteilt nur eine fachkundige Person.

Was unterscheidet ISO 18587 von DIN EN ISO 17100?

ISO 18587 beschreibt die Nachbearbeitung maschineller Übersetzungen in zwei Graden. DIN EN ISO 17100 beschreibt den vollständigen Übersetzungsprozess mit Revision und abschließender Verifizierung.

Reicht ein Zertifikat als Nachweis für Fachübersetzungen?

Nein. Ein Zertifikat belegt Sprachkompetenz auf einem Niveau, nicht die Eignung für Recht, Medizin oder Technik. Prüfen Sie zusätzlich Fachkenntnis und Referenzen.

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