Sprachprogramme
Teil von Sprachprogramme für Unternehmen auswählen: Ziele, Niveaustufen und Anbieter
Checkliste für die Einführung betrieblicher Sprachprogramme
Checkliste für betriebliche Sprachprogramme: Bedarf, Ziele, Anbieter, Fördermittel, Datenschutz und Erfolgsmessung Schritt für Schritt planen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Bedarf je Abteilung und Tätigkeit erheben, bevor Budget und Anbieter feststehen.
- Ziele mit Niveaustufe, Termin und verantwortlicher Person schriftlich festhalten.
- Fördermittel bei der Bundesagentur für Arbeit vor Kursbeginn beantragen.
- Anbieter über Prüfungen, Referenzen und Kosten pro Teilnehmer vergleichen.
- Datenschutz und Erfolgsmessung ab dem ersten Tag mitplanen.
Ablauf in fünf Schritten
- Woche 1 und 2: Bedarf erheben. Die Personalentwicklung fragt die Bereichsleitungen, welche Tätigkeiten ohne Deutschkenntnisse auf dem geforderten Niveau nicht ausgeführt werden können.
- Woche 3: Ziele festlegen. Ergebnis ist eine Liste mit Zielgruppe, Zielniveau nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen, Starttermin und verantwortlicher Person.
- Woche 4 bis 6: Anbieter und Fördermittel klären. Zuständig ist die Geschäftsführung, unterstützt durch die Personalentwicklung. Legen Sie fest, wer den Förderantrag stellt und wer die Angebote vergleicht.
- Woche 7: Datenschutz und Betriebsvereinbarung prüfen. Zuständig sind Datenschutzbeauftragte und Betriebsrat.
- Ab Woche 8: Durchführen und messen. Die Personalentwicklung erhebt Testergebnisse und Teilnahmequoten.
Bedarf und Ziele prüfen
Vor der Ausschreibung steht die Frage, welche Sprache im Arbeitsalltag gebraucht wird. Ein Lagerbetrieb braucht andere Inhalte als ein Büro mit Kundenkontakt. Prüfen Sie, ob Fachwortschatz, Schriftverkehr oder mündliche Kommunikation im Vordergrund steht.
Erheben Sie den Bedarf schriftlich bei den Bereichsleitungen. Ein Fragebogen mit fünf Punkten genügt: Tätigkeit, benötigte Sprache, Niveau, Anzahl der Personen, Termin. So entsteht eine belastbare Grundlage für die Ausschreibung.
Ein Ziel ist messbar, wenn es Niveau, Termin und Prüfung nennt. Das Goethe-Institut bietet Prüfungen zu den Niveaustufen A1 bis C2 an, die als Nachweis gegenüber Behörden dienen. Legen Sie vorher fest, welches Niveau eine Person nach dem Programm erreichen soll. Der DIHK beschreibt, wie Betriebe Sprachkompetenz als Teil der Fachkräftesicherung des DIHK einsetzen.
Anbieter und Fördermittel vergleichen
Fragen Sie jeden Anbieter nach Qualifikation der Lehrkräfte, Gruppengröße, Ausfallregelung und Preis pro Teilnehmer und Unterrichtsstunde. Kommunale Volkshochschulen, private Sprachschulen und das Goethe-Institut arbeiten mit unterschiedlichen Formaten. Für Handwerksbetriebe lohnt der Blick auf die Sprachförderung im Handwerk, die der ZDH zur beruflichen Bildung bündelt.
Achten Sie darauf, dass die Lehrkraft Fachsprache aus Ihrer Branche beherrscht. Prüfen Sie, ob der Anbieter Einstufungstests vor dem Kurs anbietet und wie er Ausfälle nachholt. Vereinbaren Sie eine Probezeit von zwei Wochen mit Kündigungsmöglichkeit. Klären Sie, wer die Kursräume stellt und ob der Unterricht in der Arbeitszeit oder nach Schichtende stattfindet.
Für Zuschüsse ist die Bundesagentur für Arbeit die zentrale Anlaufstelle. Weiterbildungskosten müssen vor Kursbeginn beantragt werden, sonst entfällt der Anspruch, wie die Förderung von Weiterbildung zeigt. Eine Anfrage bei der IHK hilft, regionale Angebote und Förderwege zu sortieren.
Kosten mit einer Beispielrechnung
Rechnen Sie den Preis pro Person und nicht nur den Gesamtpreis. Beispielrechnung mit angenommenen Werten: 10 Beschäftigte, 80 Unterrichtsstunden je Person, 28 Euro pro Unterrichtsstunde. Das ergibt 22.400 Euro netto zuzüglich Umsatzsteuer, sofern der Anbieter umsatzsteuerpflichtig ist. Bei einer Förderung von 50 Prozent bleiben 11.200 Euro Eigenanteil.
Fragen Sie zusätzlich, welche Kosten für Material und Prüfungsgebühren anfallen. Holen Sie mindestens zwei Angebote ein und vergleichen Sie den Preis je erreichtem Niveau.
Datenschutz und Erfolgsmessung
Sprachkurse erfassen personenbezogene Daten: Anwesenheit, Testergebnisse, Niveau. Klären Sie mit dem Datenschutzbeauftragten, welche Daten der Anbieter erhält und wie lange sie gespeichert werden. Der Betriebsrat ist zu beteiligen, wenn Leistungsdaten oder Verhaltensdaten ausgewertet werden.
Messen Sie den Erfolg mit zwei Größen: erreichtes Niveau laut Prüfung und Veränderung im Arbeitsprozess. Vergleichen Sie die Werte nach sechs und nach zwölf Monaten. Brechen zu viele Teilnehmer ab, liegt es häufig an fehlender Freistellung während der Arbeitszeit.
Halten Sie die Ergebnisse in einem kurzen Bericht fest. Er nennt Zielgruppe, erreichtes Niveau, Kosten und Abbruchquote und dient als Vorlage für das nächste Sprachprogramm.
Häufige Fragen
Wie lange dauert die Einführung eines Sprachprogramms?
Von der Bedarfserhebung bis zum ersten Kurstermin vergehen planmäßig acht Wochen. Förderanträge und die Auswahl des Anbieters brauchen den größten Vorlauf.
Welche Fördermittel stehen kleinen Betrieben offen?
Die Bundesagentur für Arbeit fördert Weiterbildung von Beschäftigten unter bestimmten Voraussetzungen. Anträge sind vor Beginn zu stellen, die Höhe hängt vom Einzelfall ab.
Woran erkennt man ein belastbares Sprachniveau?
Der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen stuft von A1 bis C2. Prüfungen des Goethe-Instituts liefern ein Zertifikat, das Arbeitgeber und Behörden anerkennen.
Was kostet ein betriebliches Sprachprogramm?
Die Kosten hängen von Gruppengröße, Umfang und Anbieter ab. Rechnen Sie mit einem Preis pro Teilnehmer und Unterrichtsstunde und holen Sie mindestens zwei Angebote ein.
Muss der Betriebsrat mitentscheiden?
Bei der Auswertung personenbezogener Leistungsdaten ist der Betriebsrat zu beteiligen. Bei reiner Organisation von Kursen genügt meist die Information.