Sprachprogramme
Teil von Sprachprogramme für Unternehmen auswählen: Ziele, Niveaustufen und Anbieter
Anbieter für betriebliche Sprachprogramme: Aufnahmekriterien und Leistungen
Betriebliche Sprachprogramme: Anbieterkategorien von Goethe-Institut bis Speexx, Aufnahmekriterien, Kursumfang, Zertifikate, Fördermittel und Beispielkosten in Euro.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Der Markt teilt sich in kommerzielle Sprachschulen, AZAV-Träger, Volkshochschulen, freiberufliche Trainer und digitale Plattformen.
- Konkrete Namen: Goethe-Institut, Berlitz Deutschland, Speexx, Lingoda, bfz gGmbH, Deutsche Angestellten-Akademie und WBS Training.
- Aufnahmekriterien sind Einstufungstest, Mindestteilnehmerzahl, Lizenzlaufzeit und Vorlaufzeit.
- Der Kursumfang liegt meist bei 60 bis 120 Unterrichtseinheiten zu 45 Minuten je Teilnehmer und Jahr.
- Beispielkosten: 2.165,80 Euro brutto je Teilnehmer und Jahr für einen Inhouse-Gruppenkurs.
Anbieterkategorien und reale Namen
Kommerzielle Sprachschulen wie Berlitz Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main verkaufen Inhouse-Trainings. Der Unterricht startet meist ab sechs Teilnehmenden. Aufnahmekriterien sind ein Einstufungstest und ein Rahmenvertrag. Vorlaufzeiten von vier bis acht Wochen sind üblich.
Geförderte Bildungsgesellschaften wie die bfz gGmbH, die Deutsche Angestellten-Akademie und die WBS Training AG sind nach AZAV zugelassen. Sie nehmen Teilnehmende mit Bildungsgutschein auf. Die Zulassung prüft Lehrpersonal, Räume und Erfolgskontrolle.
Das Goethe-Institut führt firmeninterne Deutschkurse durch, in Präsenz oder online, von A1 bis C2. Die Einstufung läuft über den Einstufungstest des Instituts, der Abschluss über ein Goethe-Zertifikat.
Digitale Anbieter wie Speexx aus München und Lingoda aus Berlin lizenzieren Zugänge je Nutzer. Aufnahmekriterien sind Mindestlaufzeit, Reporting und Datenschutz, nicht die Teilnehmerzahl. Die DIHK-Bildungs-gGmbH ist die Bildungsgesellschaft des DIHK.
Freiberufliche Trainer arbeiten mit Gruppen ab zwei Personen oder im Einzelcoaching. Sie decken Fachsprache ab, etwa Verhandlungsenglisch für Einkauf und Technik.
| Anbieter | Kategorie | Aufnahmekriterium | Leistung |
|---|---|---|---|
| Goethe-Institut | Kulturinstitut | Einstufungstest | Firmenkurse von A1 bis C2, Goethe-Zertifikat |
| Berlitz Deutschland | Sprachschule | Einstufungstest, Mindestteilnehmerzahl | Inhouse-Training, Fachsprache |
| Speexx, Lingoda | Lernplattform | Lizenzlaufzeit, Mindestabnahme | Online-Tutorium, E-Learning, Reporting |
| bfz gGmbH, DAA, WBS Training | AZAV-Träger | Bildungsgutschein | Sprachkurse mit Zertifikat |
| Volkshochschule | kommunal | Anmeldung, Einstufungstest | offene Kurse, telc-Prüfungen |
Aufnahmekriterien und Vertragsdetails
Vor dem Vertrag stehen vier Prüfpunkte: Einstufungstest je Teilnehmer, Mindestteilnehmerzahl, Kündigungsfrist und Ausfallregelung. Klären Sie außerdem, wer Räume und Technik stellt. Rahmenverträge laufen meist über zwölf Monate.
Ein Einstufungstest dauert meist 20 bis 60 Minuten und lässt sich online abwickeln. Fragen Sie beim Einkauf nach Storno-Konditionen, weil ausgefallene Termine Firmen häufig selbst tragen.
Zertifikate und Kursumfang
Sprachprüfungen liefern den Nachweis fürs Bildungscontrolling. Verbreitet sind telc, Goethe-Zertifikat, TestDaF, TOEIC und TOEFL sowie Cambridge English mit B2 First und C1 Advanced. Die Prüfungsübersicht von telc ordnet jede Prüfung dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen von A1 bis C2 zu. Fachprüfungen wie telc Deutsch B1-B2 Pflege oder telc English B1-B2 Business decken Berufsfelder ab.
Der Kursumfang hängt vom Startniveau ab. Von A2 auf B1 gelten 120 bis 180 Unterrichtseinheiten zu 45 Minuten als Richtwert, von B1 auf B2 eher 180 bis 240. Bei zwei Einheiten pro Woche dauert ein B1-Kurs 30 bis 40 Wochen. Prüfungsgebühren liegen je nach Prüfung und Niveau bei etwa 130 bis 260 Euro netto.
Fördermittel für betriebliche Sprachkurse
Die Bundesagentur für Arbeit fördert Weiterbildung Beschäftigter über den Bildungsgutschein und über Zuschüsse nach dem Qualifizierungschancengesetz. Die Höhe richtet sich nach Betriebsgröße und dem Anteil der Beschäftigten in Weiterbildung. Der Antrag muss vor Kursbeginn eingehen. Details stehen in den Informationen der Bundesagentur für Arbeit zur Weiterbildungsförderung.
Zusammen mit einem Arbeitgeberzuschuss ist eine Vollfinanzierung möglich, wenn die Förderkriterien passen. Berufssprachkurse rechnet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge über zugelassene Träger ab, etwa die bfz gGmbH oder die DAA.
Im Handwerk kommen Programme der Länder und der Kammern hinzu. Der ZDH bündelt in seinen Bildungsinformationen für Handwerksbetriebe Hinweise zur Sprachförderung.
Welche Bundes-, Landes- und EU-Programme aktuell offen sind, zeigt die Förderdatenbank für Unternehmen mit Suche nach Branche und Region.
Beispielrechnung: Kosten je Teilnehmer und Jahr
Annahmen: 15 Beschäftigte, Englisch von A2 auf B1, Inhouse-Gruppenkurs mit 60 Unterrichtseinheiten zu 45 Minuten, Laufzeit zwölf Monate. Die Werte sind Kalkulationswerte netto.
- Kurshonorar: 60 Unterrichtseinheiten zu 25 Euro, also 1.500 Euro
- Lernmaterial: 60 Euro
- Einstufungstest und Lernerfolgskontrolle: 80 Euro
- Prüfungsgebühr: 180 Euro
Das ergibt 1.820 Euro netto je Teilnehmer und Jahr, mit 19 Prozent Mehrwertsteuer 2.165,80 Euro brutto. Einzelcoaching mit 60 Unterrichtseinheiten zu 85 Euro kostet 5.100 Euro netto oder 6.069 Euro brutto. Bei 50 Prozent Zuschuss sinkt der Eigenanteil im Gruppenkurs auf rund 1.083 Euro brutto.
Die Amortisation hängt am Ersatz externer Leistungen. Entfallen Übersetzungen, Dolmetscherbegleitung oder Nachhilfe, rechnet sich der Kurs ab einem Gegenwert von 2.166 Euro. Interne Kosten für Anmeldung, Raum und Ausfallzeit stehen nicht in der Kursrechnung.
Häufige Fragen
Welche Aufnahmekriterien setzen Sprachprogrammanbieter voraus?
Gruppenkurse starten meist ab sechs Teilnehmenden und verlangen einen Einstufungstest. Hinzu kommen Rahmenvertrag, Kündigungsfrist und eine Vorlaufzeit von vier bis acht Wochen. AZAV-Träger nehmen nur mit Bildungsgutschein oder Kostenzusage auf.
Welche Zertifikate zählen im Betrieb?
telc, Goethe-Zertifikat, TestDaF, TOEIC und TOEFL sind verbreitet, dazu Cambridge English mit B2 First und C1 Advanced. Sie weisen Niveaus von A1 bis C2 nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen aus.
Wie hoch fällt die Förderung aus?
Die Zuschusshöhe richtet sich nach Betriebsgröße und dem Anteil der Beschäftigten in Weiterbildung. Der Bildungsgutschein deckt bei passenden Voraussetzungen die vollen Kurskosten.
Wie viele Unterrichtseinheiten sind einzuplanen?
Für den Sprung von A2 auf B1 gelten 120 bis 180 Einheiten zu 45 Minuten als Richtwert, für B1 auf B2 eher 180 bis 240. Bei zwei Einheiten pro Woche dauert das 30 bis 40 Wochen.
Was kostet ein Inhouse-Kurs je Teilnehmer?
Die Beispielrechnung ergibt 1.820 Euro netto und 2.165,80 Euro brutto je Teilnehmer und Jahr. Einzelcoaching liegt mit 6.069 Euro brutto deutlich höher.